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Barytpapier - Allgemeines

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Barytpapier für den analogen Laborprozess.

  • Im Jahre 1866 entwickelte Martinez Sanchez und J. Laurent das barytierte Papier als Unterlage für lichtempfindliche Emulsionen.
    Der prinzipielle Aufbau des klassischen Barytpapieres ist wie folgt gekennzeichnet:
    • kartonstarke und saugfähige Unterlage aus Papierfilz
    • etwa 0,015 mm dicke aufgegossene Pigmentschicht mit Bariumsulfat (Baryt),
      wobei das Bariumsulfat für klare Bildweissen verantwortlich ist.
    • Emulsionsschicht aus einer Mischung von Gelatine und lichtempfindlichen kristallinen Silberhaliden
    • Schutzschicht

  • Das Bariumsulfat (BaSO4)
    • Das Bariumsulfat ist das Bariumsalz der Schwefelsäure. In der Natur findet man Bariumsulfat im Mineral Baryt (Schwerspat).
    • Barium ist abgeleitet vom griechischen barys = schwer. Bariumsulfat ist ein weißes Pulver, welches in Wasser unlöslich ist. Deshalb ist es auch kein Gefahrenstoff.
    • In der aufgegossenen Pigmentschicht wirkt es als Weißpigment. Es ist vollkommen lichtecht und chemisch sehr stabil.

  • Die lichtempfindlichen kristallinen Silberhalide
    • Halogene sind eine Gruppe von chemischen Elementen wie Bromine, Chlorine, Iodine und Fluorine. Die zugehörigen Salze werden Halide genannt und sind Bromid, Chlorid, Iodid und Fluorid.
    • In Verbindung mit Silber werden sie zu lichtempfindlichen Silberhaliden.
    • Diese Silberhalide sind die grundlegenden Bestandteile der lichtempfindlichen Emulsion( eigtl. Suspension) auf der barytierten Pigmentschicht.

Quelle : Wikipedia
Frizot : " Neue Geschichte der Fotografie", Könnemann Verlagsgesellschaft, 1998
T. Rudmann : " Tonning Book", Amphoto Books, 2003

 

Barytpapier – Verarbeitungsgrundlagen

Die Folgenden Ausführungen beziehen sich auf Barytpapier für den analogen Laborprozess.

  • Lichtempfindliche Emulsion
    • Die lichtempfindlichen Bestandteile der Emulsion sind lichtempfindliche kristalline Silberhalide. Bzgl. der Silberhalide siehe den Beitrag zu Allgemeines.
      Diese Silberhalide in der Emulsion sind hauptsächlich:
      • Silberbromid oder
      • Silberchlorid oder
      • eine Mischung aus Beiden

  • Eine Emulsion mit Bestandteilen aus Silberbromiden reagiert schnell auf Licht. Die durch den Entwicklerprozess entstehenden metallischen Silberkörner in der Vergrößerung sind groß. Die Neigung großer Silberkörner ist die Tendenz zur Farbe schwarz oder blauschwarz. Zu nennen wären hier Papiere wie Agfa Brovira oder Classic Arts Polykaltton.

  • Eine Emulsion mit Bestandteilen aus Silberchloriden reagiert auf Licht. Aus diesem Grund werden reine Silberchloridemulsionen für die sog. Auskopierpapiere verwendet. Die durch den Entwicklerprozess entstehenden metallischen Silberkörner in der Vergrößerung sind eher feinkörnig.

  • Die Neigung kleinerer Silberkörner ist die Tendenz zur warmen braunschwarzen Farbe. Zu nennen wären hier Papiere wie das ehemalige Kodak AZO.

  • Die meisten Papieremulsionen sind aber Mischungen aus Silberbromiden und Silberchloriden.

  • Ist der Anteil der Silberbromide gegenüber den Silberchloriden in der Emulsion höher, so entstehen eher die sog. Neutraltonpapiere( z. B. Kentmere VC Fineprint).

  • Ist der Anteil der Silberchlroide gegenüber den Silberbromiden höher, so entstehen die sog. Warmtonpapiere ( z. B. das ehemalige Forte Polywarmtone PW 14) .

  • Die Wirkungsweise des Lichtes
    • Das Licht des Vergrößerungsgerätes schwärzt die lichtempfindlichen Silberhalide. Je nach Lichtintensität, die durch die Dichten des Negativs vorgegeben ist, ist der Grad der Schwärzung unterschiedlich. In den dichten Stellen des Negativs, den Hochlichtern wird infolge der geringeren Lichtintensität die Schwärzung in der Papieremulsion gering sein. In den dünnen Stellen des Negativs ist die Lichtintensität auf der Papieremulsion größer und die Schwärzung dementsprechend auch. Um allerdings die unterschiedlichen Schwärzungsgrade, im praktischen Sinn die Grauwerte in der Papieremulsion sichtbar zu machen ist der sog. Entwickler notwendig. Nach der Belichtung ist das Bild in der Papieremulsion latent vorhanden.
  • Die Aufgabe des Entwicklers
    • Der Entwickler wandelt die unterschiedlich belichteten, d.h. geschwärzten, Silberhalide in Körner von schwarzem Silber um. Das in der Papieremulsion latent vorhandene Bild, sprich Grauwerte werden sichtbar. Silberhalide und metallisches Silber sind in sich nicht besonders chemisch stabil. Hierin liegt der Grund für die notwendige optimaleFixage und evtl. Tonung Gleichzeitig sind die unbelichteten Silberhalide (z.B. am Bildrand) noch lichtempfindlich. Das kann zu einer Nachschwärzung unter UV - Licht führen, der sog. Print Out Prozess (POP), der sich als Bildstain nach einiger Zeit sichtbar macht. Auch hierfür ist die optimale Fixage nötig. Siehe hierzu den Beitrag über die Archivfestigkeit von Vergrößerungen auf Bayrtpapier. Das Fixierbad hat grundlegend die Aufgabe alle unbelichteten Silberhalide aus der Papieremuslion herauszulösen.
  • Die Wirkungsweise von Bleichvorgängen in der Papieremulsion
    • Die prinzipielle Arbeitsweise aller Bleichbäder ist durch die Zurückführung des metallisch geschwärzten Silbers in Silberhalide in der Papieremulsion gekennzeichnet. D. h. alle chemischen Prozesse können von neuem beginnen.
    • Alle Bleichbäder bestehen aus einer Mischung aus Bleichmittel und einem Halid. So z.B. potassium ferriccyanit als Bleichmittel und potassiumbromid als Halid. Die Bleichbäder werden auch als sog. Rehalogenizer bezeichnet. Die Bleichbäder befördern die Halide, hier Bromid, in die Papieremulsion zurück. Das geschieht, in dem das metallische Silber in das entsprechende Silberhalid zurückgewandelt wird. Das geschieht natürlich nur dort, wo vorher die belichteten Silberhalide durch den Entwickler in metallisches Silber umgewandelt wurden und dort, wo durch die Fixage die unbelichteten Silberhalide entfernt wurden. Das ehemals sichtbare Bild wird wieder latent. Je nach Schwärzungsgrad, d.h. Intensität des in metallischem Silber umgewandelten Silberhalides , beginnt die Zurückumwandlung an den Stellen , an denen die Schwärzung gering ist (Hochlichter) als Erstes und schreitet mit der Dauer des Bleichvorganges in die Mitteltöne und zum Schluss in die Schwärzen fort.
    • Bei Anwendung eines Bleichvorganges zur Klärung der Bildweißen oder als erstes Bad einer indirekten Tonung ist dem Problem einer erneuten notwendigen Fixage Rechnung zu tragen. Dazu siehe Absatz Refixierung in diesem Artikel.
  • Zurückentwickeln oder Tonungen des gebleichten Silberbildes
    • Die durch den Bleichvorgang in die Papieremulsion zurückgeführten Silberhalide können bei Licht wieder in metallisches Silber umgewandelt werden. Das kann mit einem normalen Entwickler erfolgen. Mit der Wahl des Entwicklers kann man den Kontrast oder/und die Dichte der Vergrößerung steuern. So z.B. weichoder hart , kalt oder warm. Nach der Rückentwicklung kann die Vergrößerung komplett anders aussehen als nach dem ersten Entwicklungsvorgang.
    • Bei anschließenden Tonungsbädern nach dem Bleichprozess werden die zurückgeführten Silberhalide gleich in die entsprechenden Tonersubstanzen wie Selenit oder Sulfid umgewandelt. In der Regel ist damit ein Farbtonumschlag der Vergrößerung verbunden.
    • Je nach Tonerchemikalie kann das zu höherer oder geringerer Archivfestigkeit (siehe hierzu Artikel zur Archivfestigkeit), geringerer oder höherer Dichte und/oder geringerem oder erhöhten Kontrast führen.
    • Manche Tonungsbäder verlangen einen vorhergehenden Bleichprozess, so z.B. Sepiatonung oder Schwefeltonung. Dann spricht man von einer indirekten Tonung.
    • Andere Tonungsbäder enthalten schon Bleichmittel (z.B. Blautoner oder Kupfertoner). Dann spricht man von einer direkten Tonung.
    • Es gibt Tonungsbäder, die kann man sowohl als indirekte als auch als direkte Tonung einsetzen.
    • Wiederum andere Tonungsbäder besitzen einen ‚eingebauten’ schnelleren Silberlöser als ein herkömmlicher Bleicher. So z. B. Thiosulphit bei Selentonern oder Thiocyanat bei Goldtonern.

Hier möchte ich auf die Tonerbeispiele in den Artikeln von W. Moersch bei Moersch-Photochemie hinweisen.

  • Die Notwendigkeit der Nachfixage (Refixing)
    • Nach einem normalen Prozess im Labor, wie Belichten, Entwickeln, Stoppen und optimaler Fixage und ausreichender Wässerungbefinden sich keine Silberhalide mehr in der Papieremulsion. Hier ist eine Nachfixage unnötig.
    • Nach einem Bleichvorgang enthält die Vergrößerung im Bildteil zurückgewandelte Silberhalide. Sind diese durch den Tonerprozess vollständig umgewandelt (z.B. in Silbersulphit durch einen Sepiatoner ) existieren auch keine Silberhalide mehr und eine Nachfixage ist unnötig. Die Bedeutung liegt hier bei vollständiger Umwandlung.
    • Erfolgte die Tonung oder die Rückentwicklung nicht vollständig sind in der Papieremulsion instabile Silberhalide zurückgeblieben und diese sollten durch eine Nachfixage herabgesetzt werden , um die Vergrößerung gegen
      • Printing Out Prozesse (POP) = Nachentwickeln unter UV- Licht
      • Tonerstain oder andere Zerstörungsprozesse
        zu stabilisieren.
  • Hier ist anzumerken, das bei manchen Prozessen und/oder Papieren ein Farbwechsel und/oder Helligkeitssteigerung infolge der Nachfixage zu bemerken ist. Diesem Umstand ist, wo notwendig, bei vorangegangen Laborprozessen Rechnung zu tragen.

Quelle : Tim Rudmann : „ Tonning Book“ , Amphoto Books, 2003 ; Wolfgang Moersch

 

Barytpapier – Archivfestigkeit von Vergrößerungen

Die Folgenden Ausführungen beziehen sich auf Barytpapier für den analogen Laborprozess.

  1. Allgemeines
    Für die Archivfestigkeit oder genauer gesagt Erhöhung der Lebensdauer von Vergrößerungen auf Barytpapier ist vorrangig eine sorgfältige Verarbeitung mit einer anschließenden Tonung, die zu einer Erhöhung der Lebensdauer führt, notwendig.
    Die Zerstörung einer Barytvergößerung kann sowohl innere als auch äußere Faktoren oder beides gemeinsam als Ursache haben.
    Zu den inneren Faktoren gehören Ursachen, die in einer unsachgemäßen Verarbeitung im Laborprozess liegen. Die in der Emulsion vorhandenen Silberhalogenide sind sehr instabil und hochanfällig für alle möglichen Angriffe. Die unentwickelten Silberhalogenide verbleiben in der Emulsion infolge schlechter Fixage und/oder ungenügender Wässerung.
    Zu den äußeren Faktoren gehören Ursachen wie atmosphärische Gase in der Luft, chemische Substanzen in Holzrahmen, Passepartouts ,Kartons oder Fotoalben bzw. in den Befestigungsmaterialien für die Barytvergrößerungen. Des Weiteren wirken sich ziemlich schädigend starke Lichteinflüsse, insbesondere UV - Strahlung aus dem Sonnenlicht auf die Haltbarkeit aus. Und nicht zu letzt sind die Lagerungseinflüsse wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit nicht zu vernachlässigen.
    Alle og. Einflüsse führen zur Zerstörung des fotografischen Bildes, z.B. durch ein Gelbwerden, durch Änderung der Farbe, Fleckenbildung, sog. Bronzing und/oder Ausbrüchen infolge Bakterienfraß.
  1. Schutz vor der Zerstörung des photographischen Bildes

Die Zerstörung des photographischen Bildes kann man generell in zwei Ursachenkomplexe unterteilen:

- Zerstörung aus sich selbst heraus – von Innen, die sog. Bildselbstzerstörung

- Zerstörung durch äußere Einflüsse

Eine unsachgemäße Verarbeitung des Bildes ist nur verantwortlich für die Bildselbstzerstörung von innen heraus. Auch eine sachgemäße Verarbeitung im Labor schützt das photographische Bild nicht vor Angriffen von außen. Hier helfen nur Toner und/oder Stabilisatoren sowie sachgerechte Aufbewahrung.

2.1 Schutz vor Bildselbstzerstörung

Um das photographische Bild vor Selbstzerstörung zu schützen sind folgende Einflüsse zu berücksichtigen:

- Papierwahl

- die Technik der Entwicklung

- eine entsprechende Fixage und deren Nachbehandlung

- eine optimale Wässerung

2.1.1 Papierwahl

Für eine archivfeste Vergrößerung ist ein Barytpapier gegenüber einem RC / PE Papier vorzuziehen. Das im Barytpapier vorhandene Bariumsulfat ist nahezu alterungsbeständig.

RC / PE Papiere enthalten eingelagerte Weißmacher, die sehr schnell oxidieren. Diesbezüglich werden den Emulsionen bei diesen Papieren Zusatzmittel beigemischt, die die Weißmacheroxidation verringern bzw. unterbinden. Allerdings besitzen diese Zusatzmittel wiederum nur eine kurze Lebensdauer an sich, so das die Weißmacheroxidation lediglich später beginnt oder etwas langsamer abläuft.

 

2.1.2 Technik der Entwicklung

Der Entwickler sollte immer frisch angesetzt und nie voll ausgenutzt werden.

Des Weiteren soll die Barytvergrößerung voll ausentwickelt werden, da nicht ausfixierte unbelichtete Silberhalogenide an Licht einem Entwicklungsprozess unterzogen werden. Hierzu möchte ich anmerken, das dieser Sachverhalt nicht nur von der Entwicklungszeit sondern auch von der Entwicklungsmethode und/oder des verwendeten Entwicklers abhängig ist. Im gleichen Zusammenhang steht auch die Art der Papieremulsion. Das sog. Quälen des Papiers ist also nicht nur eine Frage der Verweilzeit im Entwickler. In Abhängigkeit der genannten Faktoren können sich natürlich Entwicklungszeiten ergeben, die länger als die von den Herstellern empfohlenen 2 – 3 min liegen. Das ist dann Erfahrungssache bei der man das Aufquellen der Emulsionsschicht aber im Auge behalten muss. Und spätestens hier wird dann eine Funktion des notwendigen Stoppbades ersichtlich. Einerseits neutralisiert das Stoppbad das Entwickleralkali und verringert gleichzeitig das Quellen der Emulsionsschicht.

Wird die Barytvergrößerung auf feines Korn mit Feinkornentwicklern entwickelt, so entstehen – wie der Name schon sagt - feinere Silberkörner. Diese Ballungen von feineren Silberkörnern besitzen eine größere Oberfläche und sind für den Angriff von Sulfiden und für Oxydation mehr gefährdet als gröbere Silberkörner.

2.1.3 Fixieren

Das Fixierbad wird mit Natrium – oder Ammoniumthiosulphaten durchgeführt. Der Zweck des Fixieren besteht in dem Herauslösen aller unentwickelten Silberhalogenide aus der Emulsion. Dabei müssen alle unentwickelten Silberhalogenide herausfixiert werden, da sich in der Emulsion verbleibende Restbestände später unter Licht weiterentwickeln. Das äußert sich in einem Nachdunkeln des Bildes und in einem Verfärben des Bildes. Diese Erscheinungen können auch partiell auftreten.

Eine sachgemäße Fixage ist einer der wichtigste Schritte zur Erhöhung der Archivfestigkeit von Barytvergrößerungen. Wird falsch oder unvollständig fixiert, so wird das Bild zerstört, da sich das metallische Silber in Silbersulfid umwandelt und das äußert sich in einem Gelbwerden des Bildes.

Dabei gilt folgender Grundsatz: Fixieren so gut wie nötig !

Wird zu wenig (hohe Ausnutzung des Fixierbades) oder zu kurz fixiert, so kommt es zu dem beschriebenen Gelbwerden des Bildes. Wird zu lange fixiert, so wird zuviel metallisches Silber entfernt und als Folge dessen bleicht das Bild aus. Dieser Umstand ist mit dem Verlust an feinen Details in den Hochlichtern verbunden.

Die Technik des Fixierens ist für eine gute Archivfestigkeit auch von Bedeutung.

Die Vergrößerungen dürfen nicht im Fixierbad gesammelt und übereinandergelagert werden.

Beim Sammeln saugt sich der Papierfilz unnötig mit Fixierbad voll und ist dann schwerer auszuwaschen und beim Überlagern von Vergrößerungen können zusammenhängende Stellen nicht ordnungsgemäß vom Fixierbad umspült werden. Gleiches gilt für das sog. Auf -schwimmen der Vergrößerungen in der Schale. Die Flächen mit Luftberührung werden durch das Fixierbad nicht erreicht.

Die Vergrößerungen sind in der Schale gut zu bewegen. Überall dort, wo das Fixierbad nicht ausreichend wirken kann, bilden sich später gelbe Stellen und bei Verwendung eines Sulfittoners roter Stain.

Das Thiosulphat im Fixierbad ist wasserunlöslich und es bildet sich Argentothiosulphat, welches die Wirkungskraft des Fixieres heruntersetzt. Aus diesem grund ist die Zweibadfixage erste Wahl zur Erhöhung der Archivfestigkeit von Barytvergrößerungen.

Es werden je zwei Fixierbäder angesetzt und in jedem Fixierbad wird die Hälfte der erforderlichen Fixierzeit unter Bewegung fixiert. Dabei wird das zweite Bad weniger belastet und die Auswässerung kann auch effektiver erfolgen. Ist das erste Bad erschöpft, wird das alte zweite Bad zum neuen ersten Bad und für das zweite Bad wird frischer Fixierer angesetzt.

Um die Zeit des Fixierens kürzer zu halten, kann man das erste Bad etwas fetter (1+4) ansetzen. Dabei verbleibt die Vergrößerung 60 sec im ersten Bad und 30 Sekunden im zweiten Bad. Das hat den Vorteil, das sich der Papierfilz nicht so voll saugt und die Auswässerung leichter wird.

Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle des Fixierbades mit den bekannten Teststreifen Für den Wechsel des ersten Bades wird ein max. Silbergehalt von < 2gSilber/ Liter empfohlen.

2.1.4 Wässern

Verwendung eines Hypo-Clear-Bades

Die Anwendung eines Hypo-Clear-Bades vor der eigentlichen Wässerung ist ein Muß für die Archivsicherheit von Barytvergrößerungen. Ein Hypo-Clear-Bad ist eine Lösung mit Natriumsulfit mit einwenig Natriumbisulfit. Es löst das im Fixierbad enthaltene Thiosulphat besser auf. Damit wird die Wässerungszeit für die Vergrößerung verkürzt und der Verlust an Kontrastverlust durch zu langes Wässern fällt geringer aus.

Das Hypo-Clear-Bad neutralisiert die Vergrößerung aus dem sauren Fixierer und macht manche Vergrößerung wieder geringfügig alkalisch. Diese Alkalität ist wichtig für manche anschließende Tonerprozesse, da es den Stain infolge Tonung(z. B, bei Selen) verhindert.

Die begrenzte Haltbarkeit von etwa einem Tag in der offenen Schale ist infolge der geringen Kosten unerheblich.

Im Hypo-Clear-Bad muss die Vergrößerung ständig bewegt werden.

Wässern

Ein zu kurzes oder falsches Wässern ist neben ungenügender Fixage einer der Hauptgründe für eine Selbstzerstörung der Vergrößerung.

Das Wässern muss so lange erfolgen bis der Thiosulfatlevel des Fixierbades auf ein akzeptables Maß gesenkt wurde und der Kontrast der Vergrößerung erhalten bleibt.

Angaben über die notwendige Wässerungszeit schwanken. Im allg. wird gesagt 40 - 60 min in einem Archivwascher. Die Illford Methode soll auch sehr gut zum Ziel führen.

Ich halte einen einfachen Selbsttest bzgl. der erforderlichen Auswässerung für notwendig. Dabei wird ein Tropfen Selentoner 1+10 oder weniger am gewässerten Vergrößerungsrand aufgetropft. Zeigt sich ein rotbrauner Stainfleck ( d. h. es ist noch Restsilber vorhanden) so ist nicht archivfest ausgewässert.

Die Temperatur des Wässerungswasser ist ebenso von Bedeutung - optimal sind 18 – 25 °C .

Sinkt die Temperatur des Wassers unter 15 ° C schrumpft die Emulsion und die Auswässerung ist erschwert und die erforderliche Wässerung verdoppelt sich in der Zeit.

Ein zu langes Wässern fördert die physische Zerstörung und die Vergrößerung verliert an Kontrast.

2.1.5 Tonen

Verwendung von Tonern

Hierzu wird auf die Schriften bzgl. der einzelnen Toner hingewiesen. Die Beeinflussung der Archivfestigkeit von Tonern ist immer wieder in der Diskussion.

Generell kann bzgl. der Archivfestigkeit folgende Reihenfolge mit aufsteigender Wirksamkeit der entsprechenden Literatur entnommen werden:

- Polysulfidtoner

- Selentoner

- reine Schwefeltoner

- Goldtoner

- Platintoner

Hierzu möchte ich auf die Artikel von W. Moersch bzgl. seiner Toner aufmerksam machen.

Ein besonderer Aspekt ist die Unsicherheit bzgl. der Archivfestigkeit bei Verwendung von Selentoner. Die Wirkungsweise des Selentoners ist ausgiebig beschrieben. Nach einer Untersuchung des staatlichen Museumsverbandes von Dänemark ergibt sich bei einem Vergleich zwischen Selentoner und einem Toner Namens SilverLock folgendes Ergebnis:

Der Selentoner in einem fetten Ansatz schützt nur in den Mitteltönen und Schwärzen ausreichend. Das wird sehr gut bei Wolfgang Moersch beschrieben. Der Toner SilverLock hingegen schützt auch ausreichend in den Hochlichtern.

Auf der folgenden Seite ist dieser Effekt graphisch dargestellt. Die Quelle hierfür ist ein Artikel von J. S. Johnsen. Die Messungen wurden an einem RC Papier durchgeführt, sind aber auch auf Barytpapier übertragbar.

Der Toner Silverlock ist nach meinem Wissen nicht so einfach auf dem deutschen Markt zu bekommen. Ein qualitativ vergleichbares Produkt ist der Toner MT 3 – Sienna , der bei Moersch – Photochemie erhältlich ist.

Nochmals sei darauf hingewiesen: Tonungen haben hinsichtlich der Archivfestigkeit von Barytvergrößerungen den Schutz von außen zu realisieren.

Fehler in der vorangegangenen Verarbeitungskette, die eine Selbstzerstörung des Bildes zu Folge haben, können nicht ausgeglichen werden.

 

 

Stabilisatoren

Eine weitere Möglichkeit die Archivfestigkeit ist die Anwendung sog. Silberbild -stabilisatoren. Einer aus diesem Sortiment ist AGFA Sistan. Diese Lösungen basieren auf Potassium Thiocyanat und erzeugen keinen Farbtonumschlag. Aus diesem grund sind sie als Tonerersatz z. B bei Warmtonpapieren oder Lithprints anzuwenden, bei denen kein Farbtonumschlag gewünscht ist. Nach einer Selentonung mit hoher Verdünnung sind sie auch anwendbar.

Hierbei wir die Vergrößerung 1 Minute in Sistan gebadet. Das erfolgt nach der Endwässerung.

Wichtig ist anzumerken das nach einer Sistanbehandlung die Vergrößerungen an der Luft zu trocknen sind, da Sistan bei Wärme und schnellem Feuchtigkeitsentzug zur Bildung von Sistankristallen neigt. Diese Sistankristalle zeigen sich als Stain auf der Vergrößerung.

2.1.6 Genereller Verarbeitungsablauf

Zusammenfassung : Schutz gegen

- Vergrößerung komplett entwickeln Selbstzerstörung

- Stoppbad

- Zwei-Bad Fixage

- Hypo-Clear-Bad

- komplett Wässern

- archivfest Tonen Einflüsse von Außen

- Hypo-Clear-Bad (Selen ,Polysulfidtoner)

- Nachfixieren bei Goldtoner (zum Reduzieren des Stains)

- Endwässerung - evtl. Sistan -

- Trocknen

- Kontrolle des Fixierbades , Auswässerungstest auf Selenbasis

Quelle : Tim Rudmann : „ Tonning Book“ , Amphoto Books, 2003 Wolfgang Moersch

Archival Processing of black – and – white Photographs as preventive Conservation ,

J.S.Johnsen

 

 

 
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